Kursdarstellung von Wohnbauanleihen

Was Sie über die unterschiedlichen Kurse der Wohnbauanleihen wissen sollten

Je nach Kategorie der Wohnbauanleihe (variabel, fix oder strukturiert) verhält sich der Kurs der Anleihe unterschiedlich auf Marktzins-Niveauveränderungen. Nachfolgend sind nähere Auswirkungen auf die jeweilige Anleihenkategorie erläutert.

Variabel verzinste Anleihe

Eine variable Anleihe orientiert sich an einem Zins-Indikator – oftmals am EURIBOR oder auch an der SMR (Sekundärmarktrendite) oder einem CMS-Satz – und eignet sich besonders, wenn vom Investor steigende Zinsen erwartet werden. Durch die laufende Anpassung des Kupons an das aktuelle Marktzinsniveau während der Laufzeit erhöht/vermindert sich die Verzinsung bei steigenden/fallenden Marktzinsen. Da die Anleihe dadurch größtenteils mit einem marktkonformen Zinssatz ausgestaltet ist, schwankt der Kurs bei variablen Anleihen geringer als bei Anleihen mit anderen Ausgestaltungen.



Fix verzinste Anleihe

Die fix verzinste Anleihe eignet sich besonders, wenn vom Investor fallende Zinsen erwartet bzw. fixe Zinszahlungen gewünscht werden. Bei dieser Anleihe ist jedoch während der Laufzeit mit stärkeren Kursschwankungen zu rechnen, da der Fixzinskupon, im Gegensatz zu variablen Anleihen, nicht laufend an das aktuelle Marktzinsniveau angepasst wird. Daher kann der Fixzinssatz der jeweiligen Anleihe je nach Marktzinsniveau attraktiver oder weniger attraktiv sein. Dies spiegelt sich dann im Kurs der Anleihe wieder. Tendenziell wirken sich Marktzinsveränderungen bei fix verzinsten Anleihen stärker auf den Kurs aus als bei variabel verzinsten.



Strukturierte Anleihe

Strukturierte Anleihen sind mit zusätzlichen Bedingungen ausgestattet (Beispiel: Zielkupon-Anleihe mit einer vorzeitigen Tilgung bei Erreichen einer bestimmten kumulierten Zinsauszahlung oder Anleihen mit einem Minimum- bzw. Maximumkupon).

Die höhere Renditechance bedingt aber gleichzeitig auch ein höheres Kursrisiko, in manchen Fällen auch eine längere Laufzeit. Diese Anleiheform empfiehlt sich, wenn der Anleger für höhere Renditechancen auch bereit ist, während der Laufzeit höhere Kurs- und Renditeschwankungen zu akzeptieren.

Kurs und Werthaltigkeit der Anleihen

Neben dem Zinsänderungsrisiko ist grundsätzlich auch das Bonitätsrisiko zu beachten, welches Einfluss auf den Kurs der Anleihen und somit auf die Renditen haben kann:

  • Hohe Bonität des Emittenten – geringere Renditechance bei geringerem Risiko
  • Geringe Bonität des Emittenten – höhere Renditechance bei höherem Risiko

Durch die Verbesserung/Verschlechterung der Bonität eines Emittenten ergibt sich normalerweise ein Kursanstieg/Kursverfall bei den Anleihen, da mit der Bonität die Zins- und Rückzahlungsfähigkeit eines Emittenten widergespiegelt wird.

Hinweis: Diese Seite dient als zusätzliche Information für unsere Anleger und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger hinsichtlich Ertrag, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die oben angeführten Darstellungen stellen nicht den tatsächlichen Kursverlauf der jeweiligen Anleihenkategorie dar – hierbei handelt es sich um eine schematische Darstellung. Vor einer Anlageentscheidung ist jedenfalls eine Beratung über die mit dem Investment verbundenen Risiken erforderlich.